Die Begrüßungszeremonie ist ein traditionelles Zeremoniell im Bûjinkan Ninpô Taijûtsu.
Das Training wird durch diese Tradition eröffnet und beendet.
Den genauen Ablauf der Zeremonie finden Sie hier.
Bevor wir uns die verschiedenen Arten der Begrüßung und deren Anwendung näher ansehen, sind einige wichtige Punkte zur Erinnerung notwendig.
!! Der Gruß ist eine Form des Respekts. Im Dôjô öffnet und schließt er das Training und ist an keine Religion geknüpft.
In der westlichen Zivilisation pflegen wir die Gewohnheit, uns die rechte Hand zu drücken, um zu zeigen, dass wir unbewaffnet sind (lange Zeit hindurch waren Linkshänder in der Öffentlichkeit, die von Rechthändern dominiert war, eine Minderheit). Der militärische Gruß entstand erst später. Es wird darüber spekuliert, dass der militärische Gruß das Resultat des Grußes ist, den sich Ritter in Rüstungen gaben. Vor jedem Kampf blickten sie sich als Beweis des Muts in die Augen, wozu sie mit der rechten Hand das Helmvisier anhoben.
Mit dem Verzicht auf die zweckmäßige Rüstung im 16. Jahrhundert wurde der Gruß mit dem Helm durch das Greifen den Hut ersetzt. Diese Tradition der Begrüßung blieb bis ins 20. Jahrhundert bewahrt und erhalten. Erst aufgrund modischer Einflüsse wurde auf das Tragen eines Huts quasi verzichtet. Im Allgemeinen ist der Gruß doch als Zeichen der seelischen Verfassung sehr typisch.
Im Dôjô halten wir uns an orientalische Sitten und Traditionen, weswegen das Grüßen nicht nur eine seelenlose Bewegung sein sollte. Es wohl eher unsere Auffassungsgabe als ein Zeichen der Kampfkunst dar.
Die Begrüßung wird im Training zu mehreren Anlässen durchgeführt:
Es existieren mehrere Formen stehend zu grüßen. Wir konzentrieren uns hier nur auf die Form des „Shizen Rei“ (Shizen = „Natürlich“), die heute noch immer in Japan aktuell ist. Es ist häufig zu sehen, dass sich Japaner untereinander auf diese Weise begrüßen. Diese Begrüßung ersetzt für die Japaner den kräftigen Händedruck des westlichen Kulturkreises. Bei den Japanern ist das Wissen um den korrekten Gruß sehr geschätzt (In- und Ausländer).
Man steht mit den Fersen aneinander und dabei bilden die Füße einen 90 Grad – Winkel. Der Körper ist entspannt und unbewaffnet. Die Arme liegen dem Körper an, wobei die Hände an der Oberschenkelaußenseite platziert sind.
Um zu grüßen, ist der Oberkörper ab den Hüften um 40 Grad nach vorne zu beugen, während dabei die Wirbelsäule gerade gehalten wird.
Je nach den Epochen der japanischen Geschichte wurde die Begrüßungsform verändert. Wir haben hier die 2 häufigsten Methoden festgehalten.
Von Shizen no Kamae aus, setzen wir zuerst das linke Knie gefolgt vom rechten am Boden ab. Die angespannten Zehen stehen im Kontakt mit dem Boden und die Fersen sind aufgerichtet. Daraufhin entspannen Sie Ihre Zehen und setzen sich dabei auf die Fersen ab. Der linke Fuß ist auf dem Rechten positioniert. Platzieren Sie die Hände auf Höhe der Oberschenkel und lassen Sie dabei die Finger zueinander zeigen.
Begrüßung:
die linke Hand ist in einem 45 Grad – Winkel vor dem linken Knie positioniert. Wiederholen dies auch mit der rechten Hand. Bilden Sie dabei mit Ihren Armen am Boden ein Dreieck und achten Sie darauf, dass sich die Finger nicht berühren. Daraufhin winkeln Sie die Arme bis zu einer 45 Grad Beugung des Oberkörpers ab.
Richten den Oberkörper nun wieder auf und Sie die Hände in umgekehrter Reihenfolge wieder auf die Oberschenkel zurück.
Darauf richten Sie sich wieder in den Stand auf und verwenden dabei die entgegengesetzte Reihenfolge des Abkniens. Das Aufstehen beginnt immer mit dem Rechten Fuß zuerst.
Setzen Sie sich ausgehend von „Shizen“ auf das linke Knie ab. Dabei sind die Zehen angezogen. Strecken Sie daraufhin die Zehen aus und setzen Sie sich auf die Ferse des linken Fußes ab. Ziehen Sie dabei nun das rechte Bein so an, dass die Fußsohle des rechten Fußes rechts entlang der linken Wade positioniert ist und die Hände auf den Oberschenkeln liegen.
Begrüßung:
erfolgt wie bei „Seiza Rei“
‼ Die Begrüßung dient als Mittel der Konzentration.
Betrachten sie sie wie eine Kata. Denken Sie an den Moment des „Tuns“ und bleiben sie dabei ernst. Im Bujinkan ist die Begrüßung vielleicht die einzig wahre Kata, die Sie ausüben werden. Das korrekte Grüßen im Stand oder im Sitzen ist leicht.
Die „natürliche“ Ausführung erfordert allerdings einige Jahre der Praxis.
Sehen sie die traditionelle Begrüßung als eine Form des Respekts gegenüber dem Dôjô, dem Lehrer, Ihrer Trainingspartner und vor allem gegenüber Ihnen selbst an.